GRUNDASPEKTE DER 4 HUMAN DESIGN TYPEN

Klingt etwas widersprüchlich, nicht? Human Design – Die Wissenschaft der Einzigartigkeit – und dann spreche ich hier von 4 verschiedenen Typen. Das hat doch nichts mit Einzigartigkeit zu tun, wenn ich direkt wieder in ein Schema X gepresst werde?!

Du darfst Dir das Wissen des Human Design Systems wie eine Zwiebel vorstellen: Schicht, um Schicht, um Schicht gelangst Du tiefer an Deine Einzigartigkeit. Die obersten Schichten weisen noch ein paar Gemeinsamkeiten mit einigen anderen Menschen auf, in Deinem Kern gleichst Du nur noch Dir selbst und sonst niemandem mehr.

Wenn wir im Human Design von ‘Typen’ sprechen, dann bezeichnet das vor allem den Aura- und Energie-Typ. Also wie Deine Aura beschaffen ist, wie sie mit der Welt interagiert und ob Dir eine beständige, kraftvolle Energiequelle zur Verfügung steht, mit der Du ausdauernd an Dingen arbeiten kannst, die Dir Freude bereiten – oder ob Du eher dafür gemacht bist, Energie auf sehr effiziente Art und Weise einzusetzen und Dir genug Pausen zu gönnen.

Beginnen wir mit dem Energie-Thema: Wir unterscheiden im Human Design in ‘sakrale’ Typen und ‘nicht-sakrale’ Typen. Generatoren und Manifestierende Generatoren (MGs) zählen zu den sakralen Typen. Projektoren, Manifestoren und Reflektoren zählen zu den nicht-sakralen Typen. (Wenn Du herausfinden möchtest, zu welchem Typ Du gehörst, dann kannst Du HIER Dein kostenloses Human Design Chart erstellen lassen. Dafür benötigst Du lediglich Deine exakten Geburtsdaten.)

Das Sakral-Zentrum im Human Design

Aus dem Yoga hast Du vielleicht schon vom sogenannten Sakral-Chakra gehört, eines der Hauptenergiezentren des Körpers, das sich ungefähr eine Handbreite unterhalb des Bauchnabels befindet. Im Human Design sprechen wir vom Sakral-Zentrum. Wir weichen im HD auch grundsätzlich von der jahrtausendealten Chakren-Lehre ab, welche von 7 Chakren ausgeht. Das HDS arbeitet stattdessen mit 9 Zentren, da sich der Mensch aus Sicht des Human Designs bereits vor einiger Zeit weiterentwickelt hat.

Sakrale & Nicht-sakrale Typen

Die sakralen Typen

Alles, was wir in der Welt sehen, wurde durch sakrale, ausdauernde Energie erschaffen. Doch das gelingt nicht, wenn Generatoren und MGs mit ihrem Verstand versuchen zu entscheiden, was sie tun sollten. In diesem Fall wird die sakrale Energie nämlich nicht freigesetzt und es kann sich sehr mühsam und schwerfällig anfühlen, etwas zustande zu bringen und endet vor allem in Frustration.

Das bringt uns noch zu einem weiteren Punkt, der mit dem Typ der Generatoren und MGs einhergeht: Die Strategie. Und die lautet: reagieren – nicht initiieren. Es geht nicht darum, sich etwas mental auszudenken und es dann einfach zu machen. Es geht darum, auf einen Impuls im Außen, auf das, was das Leben einem vor die Nase hält, zu reagieren. Und die einzige Reaktion, die zählt, ist die aus dem Sakral-Zentrum: Ist es von etwas angetan oder nicht? Der Verstand mag in vielen Fällen nicht nachvollziehen können, warum das Sakral-Zentrum zu etwas ‘Ja’ oder ‘Nein’ sagt, weil es aus seiner Sicht vielleicht keinen ‘Sinn’ macht oder nicht ‘logisch’ ist. Aber das spielt (idealerweise) keine Rolle, denn er hat hier nicht das Sagen. Wenn das Sakral-Zentrum signalisiert, dass es jetzt Lust hat zu schaukeln, wenn zufällig an einem Spielplatz vorbeigegangen wird, dann wird geschaukelt. Und warum? Weil das Freude, Zufriedenheit und Erfüllung bringt – und darum geht es im Leben von Generatoren und MGs. An diesem Punkt ist es wichtig zu erwähnen, dass bei ca. 50% der (Manifestierenden) Generatoren jedoch nicht ihr Sakral-Zentrum die letztendliche Entscheidung treffen sollte, wofür sie ihre Energie hergeben oder nicht (auch wenn es ein erster Indikator ist). Denn hier kommt die sogenannte Autorität in Spiel (lies dazu gerne diesen Beitrag).

Die nicht-sakralen Typen

‘Nicht-sakral’ bedeutet: Durch das Sakral-Zentrum fließt auf keine beständige und festgelegte Art und Weise Energie, sondern eher fluktuierend und inkonsistent. Projektoren, Manifestoren und Reflektoren sind daher nicht dazu gemacht, ausdauernd zu arbeiten. Sie sind dazu da, um zu guiden und zu koordinieren (Projektoren), Impulse zu geben und den Ball ins Rollen zu bringen (Manifestoren) oder zu beobachten und den Gesamtzustand zu spiegeln (Reflektoren).

Wenn wir nun aber berücksichtigen, dass ca. 2/3 der Menschheit aus Generatoren und MGs bestehen und der Großteil unserer Welt somit sakrale Typen sind, die über ausdauernde Energie verfügen, dann wird auch klar, wie unsere Welt funktioniert: über (sakrale) ausdauernde Leistung. 5 Tage Arbeitswoche. 8h Arbeitstag. Daher fühlen sich viele nicht-sakrale Typen oft fehl am Platz, als ob sie nicht mithalten könnten. Erschwerend kommt hinzu, dass dieses ‘undefinierte’ Sakral-Zentrum sie dazu verleitet, noch viel mehr zu arbeiten und zu leisten als alle anderen. Denn wenn eine Quelle nicht da ist, dann weiß ich auch nicht, wann sie leer/ wann genug ist. Das heißt, Projektoren, Manifestoren und Reflektoren gehen regelmäßig über ihre körperlichen Grenzen hinweg, weil sie versuchen, in einer Welt mitzuspielen, die nicht auf ihre Bedürfnisse ausgelegt ist. Zu Beginn ihres Arbeitslebens steckt ihr Körper dies vielleicht noch einigermaßen weg, doch spätestens nach ein paar Jahren macht er sich dann bemerkbar und massive Erschöpfung oder sogar Burn-out können die Folgen sein (was auch den sakralen Typen passieren kann, wenn sie nicht MIT ihrer sakralen Energie arbeiten). Alles ganz schön düster, oder?

Worum es für die nicht-sakralen Typen geht, ist die Inkonsistenz ihrer Energie zu respektieren und sich genug Pausen und Erholung zu gönnen. Ihre Stärke ist es, Dinge auf viel effizientere Art und Weise zu erledigen, eben weil sie keine Energie zu verschwenden haben. Sie sind nicht dazu da, um das Gleiche zu tun (zu leisten) wie Generatoren und MGs. Sie haben ihre ganz eigene Aufgabe und ihre speziellen Fähigkeiten, die die Welt von ihnen benötigt.

Die unterschiedlichen Aura-Beschaffenheiten

Bleiben wir bei den nicht-sakralen Typen und starten mit den Projektoren.

Die Aura des Projektors

Der Projektor ist also schon mal nicht zum Arbeiten hier. Wofür aber dann? Hier gibt uns seine Aura etwas Aufschluss. Die ist nämlich fokussierend und absorbierend. Das heißt, ein Projektor fokussiert sich – ob er will oder nicht – auf seine Außenwelt und damit insbesondere auf andere Menschen. Indem er sich im 1:1 Kontakt auf eine andere Person fokussiert und deren Energie in sich absorbiert, sieht und spürt er oftmals mehr als andere Menschen. Vor allem fühlt er die Zufriedenheit oder Frustration der Generatoren und MGs, also derjenigen mit definiertem Sakral-Zentrum. Er ist ausgezeichnet darin zu erkennen, wie sie ihre Energie viel effizienter einsetzen könnten, er erkennt schon Kilometer im Voraus, wo vermutlich etwas schiefgehen wird, wo etwas fehlt, wo etwas nicht bedacht wurde. Daher ist er wirklich gut dafür geeignet, andere Menschen zu guiden oder z.B. Projekte zu koordinieren und mit seiner einzigartigen Sichtweise zum Erfolg beizutragen. Nicht indem er ihnen sagt, was sie tun sollen, sondern indem er ihnen gezielt Fragen stellt, die sie auf ihren richtigen Weg bringen.

Die Herausforderung für die meisten Projektoren ist es, das, was sie sehen und wahrnehmen, anderen nicht einfach ungefragt aufzudrängen. Das verleiht ihnen nämlich gerne den Stempel des ‘Besserwissers’ und führt dazu, dass ihre Umwelt von ihnen genervt ist und sie selbst verbittert werden. Denn oftmals ist das Gegenüber (noch) nicht bereit, das zu hören, was der Projektor wahrnimmt oder braucht einfach nur einen Zuhörer und keinen Ratgeber. Um das zu vermeiden, haben die Projektoren eine Strategie zur Seite gestellt bekommen, die ihnen wirklich helfen kann, mit ihrer ‘Superpower’ bewusster umzugehen. Und die lautet: Auf Anerkennung und Einladung warten – statt zu initiieren. Indem ein Projektor darauf wartet, dass er von anderen für seine Fähigkeiten anerkannt und dazu eingeladen wird, sich einzubringen, seine Wahrnehmung, seine Sichtweise mitzuteilen, wird sich ihm eine ganz neue Welt eröffnen. Er wird die Bitterkeit hinter sich lassen und stattdessen ein Erfolgsgefühl erleben, weil seine Fähigkeiten plötzlich wirken und sich entfalten können. Eine Einladung signalisiert die energetische Offenheit des Anderen für die Fähigkeiten des Projektors. Damit kann sich der Projektor unendlich viel Energie sparen, weil er nicht mehr ungefragt seine Weisheit mit der Gießkanne verteilt, sondern ganz effizient mit jenen, die auch wirklich bereit dafür sind. Und was macht der Projektor in der Zwischenzeit, bis eine Einladung erfolgt? Er tut idealerweise, was auch immer ihm Spaß macht. Er beschäftigt sich mit Themen, die ihn interessieren und das gerne auch wirklich in der Tiefe. Denn oftmals sind es genau diese Themen, wofür die Außenwelt den Projektor dann anerkennt und einlädt.

Die Aura des Manifestors

Wir wissen vom Manifestor, dass auch er nicht zum ausdauernden Arbeiten hier ist. Er ist ausgestattet mit einer geschlossenen und abweisenden Aura. Das klingt jetzt erstmal nicht so nett. Aber diese Aura-Beschaffenheit dient seinem eigenen Schutz. Denn ein Manifestor ist dazu da, um Einfluss auf andere zu haben und nicht um von anderen beeinflusst zu werden. Der Manifestor ist der einzige der 4 Typen, der ein echter Initiator ist. Er ist hier, um seine Kreativität frei auszuleben und seine eigenen Ideen zum Leben zu erwecken. Er stößt Dinge an, ist aber nicht dazu da, sie selbst zu Ende zu bringen. Dafür haben wir die anderen Typen, z.B. die Generatoren und MGs, die ggf. ein sakrales ‘Ja’ zur Manifestor-Vision, seiner Idee verspüren und ausdauernd daran mitwirken wollen. Oder die Projektoren, die dabei helfen können, diese Vision auf eine effiziente Weise zum Erfolg zu führen. Der Manifestor selbst will und muss unabhängig bleiben und möchte keine Einmischung von Außen, es sei denn er fragt danach.

Durch seine Schnelligkeit, Sprunghaftigkeit und Unabhängigkeit wirkt er oft einschüchternd auf andere und sein Umfeld kann sich von ihm überrumpelt fühlen. Das führt dazu, dass ein Manifestor in seinem Aufwachsen entweder gelernt hat, seine Initiationskraft zu unterdrücken und sich anzupassen oder dass er versucht, sich auf rebellische und wütende Art und Weise jeglichem Einfluss zu entziehen. Die Strategie, die dem Manifestor helfen soll, leichter durchs Leben zu gehen, lautet daher: Informieren. Bevor er – mit was auch immer – einfach losschießt, sollte er kurz innehalten und überlegen, auf wen seine bevorstehende Handlung Einfluss haben könnte. Und dann sollte er diese Menschen über sein Vorhaben informieren. Das erlaubt es seinem Umfeld, sich darauf einzustellen und sie fühlen sich nicht so vor den Kopf gestoßen. Ganz wichtig: Informieren heißt nicht um Erlaubnis fragen! Es geht nur um die Wertschätzung der betroffenen Personen, indem sie vorher informiert werden. Dadurch verspürt der Manifestor weniger Wut und Zorn in seinem Leben und erfährt stattdessen mehr Frieden im Innen wie im Außen.

Die Aura des Reflektors

Der Reflektor verfügt über eine große Offenheit für die Energien anderer, zusammen mit einer prüfenden, abtastenden und reflektierenden Aura. Er befindet sich damit idealerweise im Herzen einer Gemeinschaft, wo er kleine ‘Geschmacksprobender Energien seiner Umgebung nehmen kann und diese, in einer verstärkten Version, an die Gemeinschaft zurück reflektiert. Damit ist der Reflektor quasi der Spiegel unserer Gesellschaft. Er kann beurteilen, wo es schon richtig gut läuft und wo etwas im Argen liegt und somit dazu beitragen, die Gemeinschaft in eine kooperative, gerechte und friedliche Richtung zu schubsen. Durch seine Fähigkeit, größere Zusammenhänge zu erkennen und zwischen anderen vermitteln zu können, steht er für die ultimative Gerechtigkeit.

Da es für den Reflektor schwierig sein kann zu unterscheiden, welche Energie jetzt zu ihm gehört und welche zu den Menschen in seiner Umgebung, benötigt er genug Zeit mit sich alleine, um die fremden Energien abfließen lassen zu können. Er darf sein Augenmerk darauf richten, wie er sich selbst im Laufe eines Mondzyklus wahrnimmt. Denn als einziger der 4 Typen ist er ein ‘Lunares-Wesen’, das heißt, er wird maßgeblich vom Mond beeinflusst. Im 28/ 29 Tagesrhythmus des Mondes findet der Reflektor seine Stabilität. Darin kann er immer wiederkehrende Muster sich selbst betreffend erkennen. Indem er sich für große Entscheidungen auch wirklich diese Zeit nimmt, wird sich seine Erfahrung mit dem Leben und anderen Menschen von einer Enttäuschung zu einer Überraschung wenden.

Die Aura des Generators und Manifestierenden Generators

In der Aura liegt begründet, warum wir nur von 4 und nicht von 5 Human Design Typen sprechen. Denn Generatoren und MGs verfügen über die gleiche Aura-Beschaffenheit. Sie kennzeichnet eine offene und einhüllende Aura, die Impulse in Form von Menschen, Situationen und Möglichkeiten anzieht, auf die das definierte Sakral-Zentrum mit ‘Ja!’ oder ‘Nein!’ reagieren kann. Es muss also gar nichts ‘getan’ werden, sondern es darf sich einfach nur zurückgelehnt und alle Sinne für mögliche Impulse aus dem Außen geschärft werden! Wie genau (Manifestierende) Generatoren dann mit diesen Impulsen umgehen dürfen, kannst Du weiter oben unter ’sakrale Typen‘ nachlesen, falls Du diesen Teil übersprungen haben solltest.

Bleib auf dem Laufenden!

Melde Dich einfach zu meinem Newsletter an und lasse Dich maximal alle 2 Wochen kostenlos von mir zu den Themen Human Design und Persönlichkeitsentwicklung sowie über meine neuesten Angebote informieren:

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner